Die historische Georgskapelle auf dem Alten Friedhof in Bonn wurde zum ungewöhnlichen Schauplatz für ein Kinderfotoshooting mit einem ganz besonderen Thema. Der fünfjährige Henning schlüpfte dabei mit viel Spaß und Spielfreude in die Rolle von Baron Samedi, einer der bekanntesten Figuren aus dem haitianischen Voodoo.
Mit schwarzem Zylinder, Schminke im Totenkopf-Stil und einem verschmitzten Lächeln verwandelte sich Henning in eine Mini-Version von Baron Samedi, der die alte Kapelle mit Leben und Gelächter füllte. Statt düsterer Schwere war hier kindliche Freude spürbar – ein augenzwinkerndes Spiel mit Symbolen, das die Fantasie beflügelte.
Doch wer ist Baron Samedi eigentlich?
In der haitianischen Voodoo-Religion gilt er als Loa des Todes, ein Geist, der an der Schwelle zwischen Leben und Jenseits steht. Typisch sind sein schwarzer Anzug, der Zylinder und die Totenkopfmaske. Er wacht über die Gräber, empfängt die Verstorbenen – und ist gleichzeitig eine Figur voller Widersprüche: ernst und respektgebietend, aber auch verspielt, obszön, trinkfest und ein Liebhaber des derben Humors. Baron Samedi ist also nicht nur ein Wächter des Todes, sondern auch ein Symbol für Lebenslust, Erotik und die Unberechenbarkeit des Daseins.
Für Henning war all das natürlich nur ein Kostüm, ein fantasievolles Spiel in einer besonderen Kulisse. Doch gerade diese Mischung aus kindlicher Unbefangenheit und historischer Atmosphäre machte das Shooting so reizvoll. Die Kapelle, die einst für stille Andacht erbaut wurde, bekam für einen Moment eine ganz neue, lebendige Bedeutung. Die Maskenbildnerin Emilia Keil
So zeigt sich: Fotografie ist nicht nur Abbild, sondern auch Bühne für Fantasie. Und manchmal reicht es, wenn ein fünfjähriger Junge einen Zylinder aufsetzt, um eine jahrhundertealte Figur zum Leben zu erwecken – auf fröhlich-leichte Weise, die im Gedächtnis bleibt.
Fotos: Barbara Frommann
Maske: Emilia Keil
Ort: Georgskapelle Alter Friedhof Bonn